Spatenstich für Kulturhauptstadtprojekt

Gelsenkirchen, 28. September 2009. Mit der Aufstockung des Nordstern Turms II entsteht ein Hochhaus der ganz besonderen Art. Unter Federführung der THS profiliert sich der Standort im kommenden Jahr als einer von sieben Hochpunkten im Revier. Die Eröffnung des „Nordstern VideoKunstZentrum – Sammlung Goetz / n.b.k. (neuer berliner kunstverein)“ und der Besucher-terrasse ist für Herbst 2010 geplant.

Als ein Projekt in der „Kategorie erster Priorität“ und als „Wahrzei-chen“ für „den künftigen Zugang zur Emscherinsel“ beschreibt die Geschäftsführung von RUHR.2010 die Wichtigkeit des Projektes, das die Entwicklung des Nordsternensembles zu einem neuen „Kre-ativportal“ der Ruhrmetropole vorbereitet. Nordstern wird ein weiteres bedeutendes Zeichen für den Wandel des Ruhrgebietes über den Weg der Kultur.

Am heutigen Montag versammelt sich eine hochrangige Gästeschar, um den offiziellen Spatenstich für die „NT2“ genannte Maßnahme zu feiern. Drei Tage zuvor konnte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski gemeinsam mit Prof. Karl-Heinz Petzinka – gleichzeitig Vorsitzender der Geschäftsführung der THS, leitender Architekt des Projektes und Künstlerischer Direktor der RUHR.2010 für das Themenfeld „Stadt der Möglichkeiten“ – und seinen Ge-schäftsführungskollegen den Förderbescheid von Regierungspräsi-dent Dr. Peter Paziorek in Empfang nehmen.

Den Reigen der Grußworte eröffnet dann auch Baranowski, der die Bedeutung der neuen Nordstern-Landmarke für Standort, Stadtteil und Stadt betont – sowohl in wirtschaftlicher als auch kultureller Hin-sicht. Staatssekretär Günter Kozlowski als Vertreter des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes NRW würdigt die Nachhaltigkeit des Nordsternprojektes, das in einer einmaligen Gesamtkonstellation von historischem und architektonischem Wahrzeichen einerseits und Kunstwerk andererseits wirtschaftliche und kulturelle Nutzung verbindet. Werner Bischoff, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE unterstreicht in seiner Funktion als Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der THS die Rolle des Unternehmens als bedeutendem Partner der strukturellen Entwick-lung der Region. Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, weist darauf hin, wie gelungen das Nord-sternturm-Projekt Teil gleich mehrerer Programmstränge im Kultur-hauptstadtjahr verbindet und so dem Anspruch an Nachhaltigkeit in besonderem Maße gerecht wird.

Hochpunkte und Highlights

Die Maßnahme der THS versteht sich als regionales Konzept, das den Standort Nordstern für Gelsenkirchen stärken und neue Potenti-ale erschließen will. Die Nutzung der Turmetagen ist sowohl öffent-lich als auch privatwirtschaftlich geplant. Das für die Bestandsetagen vorgesehene „Nordstern VideoKunstZentrum – Sammlung Goetz / n.b.k. (neuer berliner kunstverein)“ wird künftig Kulturinteressierte und vor allem auch Schüler und junge Leute in den Landschafts- und Gewerbepark nach Gelsenkirchen-Horst ziehen; eine Besucher-terrasse auf der obersten Ebene des neu entstehenden Erschlie-ßungsturmes in fast 100 Metern Höhe wird ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes und ein Muss für jeden Parkbesucher. Im Neu-bauteil werden drei Etagen privatwirtschaftlich genutzt werden; eine weitere soll als „Forum für das Ruhrgebiet“ fungieren. Wo sich der
Neubau vom Altbau durch eine deutliche Fuge absetzt, gibt es eine umlaufende, öffentliche Galerie. Spektakulär und bereits im Vorfeld des Projektes Aufsehen erregend gewesen ist eine 18 Meter hohe Herkules-Skulptur des international renommierten Künstlers Markus Lüpertz, der bis Sommer 2009 auch Rektor der Kunstakademie Düsseldorf war. Die technisch aufwändige und 20 Tonnen schwere Monumentalplastik wird Nordstern nicht nur einige weitere Höhen-meter bescheren, sondern die Landmarke garantiert auch unver-wechselbar machen – von Weitem und aus der Nähe.


So wird der Nordsternturm als Projekt der Kulturhauptstadt öffentlich zugänglich – mit Mitteln der EU, des Landes NRW und des Bundes gefördert. Die Komplementär-Finanzierung nach EU-Bestimmungen, die die Stadt Gelsenkirchen zu leisten hat, wird hälftig von der THS getragen, ebenso wie die Kosten für die privatwirtschaftlich genutzten Gebäudeteile – ein Geschenk, das das 1920 gegründete Unter-nehmen sich selbst und der Region im Jahr 2010 zu seinem 90jährigen Bestehen macht. Die Gesamtkosten des Projektes belau-fen sich auf 13,6 Mio. Euro, davon werden durch die Förderung von Land, Bund und EU fast 7 Mio. Euro übernommen.

Als Hochpunkt wird der Nordsternturm ab Herbst 2010 einen beflü-gelnden Blick über den bereits vollzogenen Strukturwandel des Ruhrgebiets auf dem Weg von der Industrie- zur urbanen Stadtland-schaft bieten. Von hier aus blickt man auf Wald, Wasser und Land-schaftsprojekte der sich transformierenden Metropole Ruhr. Anknüp-fend an die Idee der Internationalen Bauausstellung Emscher Park wird Nordstern zu einem wichtigen strukturpolitischen Impulsprojekt und zu einem Forum mit Schlüsselfunktion für die gesamte Emscherregion und ihre Entscheider.